LYRIK.

Schrill

Er ist geblieben der Ton
Versunken in den Augen voller Tränen
Dann kehrte er zurück
Im siebten, elften und dritten Nein

Ich glaubte, ihn zu sehen
Ihn erhaschen zu können
Aufsaugen
Wollte ich dich
Du makelloses Etwas
Ein Reim
Ein Vers
Ein Wort und Blätter, die umher schwingen
Schaukeln auf mir
In mir

Wo bin ich geblieben
Weggeblieben
Hängengeblieben
Stehen geblieben
In einem Chaos der Vernunft
Stränge ziehen wie Stränge an Haarsträhnen, die stumpf brechen und sich aufspitzen
Am Klang dieser Schönheit

Ich höre hin und will rauschen
Selbst
Will ich dich berauschen
Dir etwas klauen
Mittwoch

Oder morgen
Klagen über gestern
Vorgestern ausgerümpelt
Und ich lasse mich gehen

Sterben lasse ich dich und wieder genauso belebe ich mich
Über die Lippen zu dir
Mit einem Geräusch namens Feind
Doch wir kennen uns
Ganz gut

Woher kommt dein Maul
Fragte ich.
Höre ich mich sagen, nun.
Flüstern. Schreien
Im Rufen nach der Antwort
Hallte nur ein Ton, aus vielen Ecken wider und
Ich blieb Sitzen
Liegen
Rollte weg
Zu dir hin
Der Ton formte sich
Aus dem Nichts wieder in schwarzes, dickes Gold
Bevor er eine Wolke bestens
Klingender Scherben
Hervorstieß
Die mich ausnahmen

Es zischt
Dachte ich
Doch eigentlich meinte ich

Blitz
Und donnerndes Gelächter
Moment Moment

Blitz
Und donnerndes Gelächter.

0032

LYRIK.

Sehnsucht nach Inspiration

Die Kreativität bleibt mir fern
Ich blicke stur geradeaus
Doch alles, was ich sehe, ist Leere
Bin umgeben von diesem und jenem
Aber die Kreativität bleibt mir fern
Ich will zeichnen, schreiben, malen
Formen, Worte, Farben
Schwirren umher
Hier und da
Und in meinem Kopf
Aber bilden keinen Knoten
Denn die Kreativität bleibt mir fern
Ich sehne mich nach Inspiration
Und durchsuche mein Bewusstsein
Nach Lösungen, Ideen, Visionen
Doch weiß ich nicht, wo sie sind
Da wird mir klar
Ich kann es nicht
Und gebe auf
Resigniert
Und frage mich
Weshalb bleibt mir die Kreativität nur so fern?

winterdreams 002

LYRIK.

Zeig mir deine Augen

Er ist da
Ich bin da
Wir blicken uns an
Er offenbart, was mir verborgen bleibt
Verpackt die Wahrheit in Lüge und Schmeichelei
Alles ist vertauscht
Nichts ist so, wie es zu sein scheint
Und doch ist es das, was er sieht
Aber ist es auch das, was ich sehe, was er mir zeigt?
Ich sehe Schlechtes im Guten
Der Moment ist kurz
Und mein Verstand ist beschränkt
Das bin nicht Ich, die er mir zeigt
Sie ist anders
Sie ist schön und sie ist hässlich, aber sie ist nicht Ich
Manchmal ist sie sehr speziell
Manchmal ist sie charmant
Manchmal ist sie scheußlich
Aber nie ist sie Ich
Er zeigt mir nicht, was mir verborgen bleibt
Er erzählt mir keine Wahrheit
Er lügt und lügt und lügt
Bis man ihm glaubt
Ich bin verliebt in die Unwahrheit
Und hasse sie zugleich
Spiegel, zeig mir deine Augen. Ich will aus ihnen sehen

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Foto: Dirk Brzoska