LYRIK.

Fliehen

Aneckende Sachen sagen
Sich aus dem Hause wagen
Niemanden mehr um Erlaubnis fragen
Keinen Koffer voller Sorgen tragen
Anderen Angst einjagen
Nicht mehr die Zeit totschlagen
Sich nie mehr beklagen
Kein ungutes Gefühl mehr im Magen haben
Und sich selbst nicht mehr plagen

Sondern

Wir füttern die Ungeheuer
Erleben geheime Abenteuer
Erschüttern die Erde
Rufen helle Geister wach
Am besten eine ganze Herde
Sonst wirken wir wieder nur schwach

Am Ende droht die Strafe
Bis dahin, ich schlafe.

LYRIK.

Abends

Die Stille in diesem Raum
Wird zu einem Fiebertraum

Muss die Verwirrung der Realität ignorieren
Mich in Fantasie verlieren
Und in Gedanken frieren

Das Dröhnen meiner Kopfschmerzen
Verwandelt sich in lautes Scherzen
Unzähliger ausgepusteter Kerzen
Und in Pochen
Aufgeregter Herzen

Die flüstern im Takt:

Hubefruha Esfrimuhr
Saitoki Enwrida
Mmimisri
Otah Lunumni

Gute Nacht

LYRIK.

Gedankenstrom

Aufhören, Schönes zu erschaffen
Sich zu Neuem aufraffen
Sich Inspiration verschaffen
Sich Instrumente beschaffen

Nicht nur Oberflächem hinterherrennen
Sich von Altem trennen
Sich selbst nicht mehr kennen
Das Unbekannte benennen
Und stets dafür brennen
Anstatt immer nur herumzuflennen
Sich dem Unerwarteten bekennen
Die Überraschung erkennen

Und wieder und wieder
Spielen sie die gewohnten Lieder
Knien abermals nieder
Das ist mir alles zuwider

Wende mich ab
Sehe das Blatt
Reiße es ab
Streife es glatt
Ich habe es satt
Doch meine Glühbirne hat
Immer noch unendlich Watt

LYRIK.

Und du fragst zu Recht, wo ist die Logik?

Scheinbar nicht vorhanden, Kontroverses streifen. Perverses schreiben. Diverses auf die Spitze treiben. Nicht beim roten Faden bleiben. An Nerven immer reiben. Und keine Sinnhaftigkeit mehr betreiben. Lieber öfters übertreiben.

Blättern lassen
Die vielen Scheiben

Waffen zeigen
Köpfe neigen
Stimmen schweigen

Grimassen schneiden
Innerlich leiden
Außenwelt vermeiden
Andere beneiden
Sich nicht mehr verkleiden
Sich für „das Falsche“ entscheiden

Und immerzu her mit den Gedanken
Denen hab ich viel zu verdanken
Kann ich nochmal neu
Leben auftanken

Oder nochmal scheitern
Niemanden aufheitern
Keine Horizonte erweitern

Und doch!
Da ist mehr als ein schwarzes, dunkles
Loch.

Am Endes des Tunnels
Ein helles, buntes Licht
Tu ich doch noch meine Pflicht
Hab keine eingeschränkte Sicht
Die Dunkelheit zerbricht
Es ist ein einziger Verzicht
Auf der Wirklichkeit Gesicht
Jedoch bin ich der Ansicht
Das ist meine Absicht

Ohne zu hoffen
Auf das jüngste Gericht
Ein Urteil
Niemals im Gleichgewicht

Es zischt
Erwischt!
Frag nicht.

LYRIK.

Die Rechnung

Der Taschenrechner tippt mutwillig irgendwelche Zahlen von selbst. Was da ausgerechnet wird, weiß ich nicht. Er tut wohl seine Pflicht. Im Raum ist kein Licht. Was ich sehe, sind nur Ziffern und Zeichen. Die versperren mir die Sicht. Als wäre ich nicht mehr ganz dicht.

Ich denke es ist ein böser Wicht
Der mit mir spricht
Und das Schweigen bricht

Ergebnisse interessieren mich nicht

Ich will die Lösung wissen
Nie wieder Klarheit missen
Sonst schrei’ ich
Ins Kissen

Der Taschenrechner wispert: 55%
Und ich weiß wieder Bescheid.

LYRIK.

Haut, so dünn wie Spinnenweben

Die Haut (meine, deine?) gleicht dem Netz einer Spinne, hauchdünn, durchlässig und einer Zielscheibe ähnlich. Ziemlich gefährlich. Tippt man sie an, greift man sie an, SCHAUT man sie an, geschieht etwas:

Wird sie ganz blass
Läuft es über, das Fass.
Kannst du dir vorstellen, ihn zu verlieren,
Deinen inneren Kompass?

Was manchmal passiert,
Ist, dass man das Falsche fixiert
Und dadurch Haltung verliert
Der Körper kommt ins Schwanken
Und ins Wanken
Und ich
Ins Bangen
Muss mich erst wieder
Fangen
Und runterkühlen
Die Wangen

Doch ab und an
Reicht das nicht
Da muss was anderes ran
Da hilft nur noch eins:

Ich geb’ dir meins
Und klau‘ dir deins
Jetzt hat niemand mehr
Keins
Zur Wahrung des Scheins
Des unendlichen Seins.

LYRIK.

Wenn die Stille keine Stille mehr ist

Was machen wir dann, was tun wir dann, was sagen wir dann? Hat einer laut gelacht oder laut gedacht, geht es zu Ende oder weiter. Hören wir Geschrei? Oder kommt die Polizei?
Vervielfacht gesagt, gibt es Reiberei.

Grauen schleicht sich leise an, pompös zeigt es sich nur kurz. Hart war der Sturz. Gelacht und gedacht hatte ich schnell. Das Licht war grell.

Bis dahin soweit so gut
Ich dacht’ nicht, ich verblut’
Oder vielleicht doch?
Steckte ich im Loch?

Vervielfacht gesagt,
Hab ich das letztens erst gefragt
Ich hab’ mich jedoch nicht beklagt

Oder, oder?
Das war zu viel
Für den 1. Oktober
Kommen wir zum Ziel?
Ja, das war doch der Deal
Oder ist es nur ein Spiel?
Ich lecke an dem Stiel

Oder fress’ ich einen Besen?
Mir bleibt nur eins:
Ganz genau zu lesen!
Denn es sind die Wesen,
Die die Thesen
Bekräftigen
Und mich daran befestigen
Gar belästigen
Aber ich will mich nicht mehr
Damit Beschäftigen
Denn es führt nicht gerade
Zum Besänftigen

Vervielfacht gesagt,
Können Sie mich nicht ängstigen.

LYRIK.

Bei Nacht

Gefieder teilen sich die Gassen
Narren hassen
Was sie lassen
Der Knecht kniet in der Ecke
Um sich zu verstecken
Vor dem Schrecken
Allein der Tor wagt, zu verstehen
Was andere hindert, zu gestehen
In finsterer Nacht
Die Eule lacht
Und wacht
Über Sand
Und Land

LYRIK.

Wendeltreppe

Aufwärtsspirale
Abwärtsspirale
Auf und ab gehen
Hoch und runter gehen
Nach links und rechts schauen
Nach hinten, nach vorne schauen

Rückschritte machen
Fortschritte machen

Oder sich im Kreise drehen

Du musst nicht die komplette Treppe auf einmal gehen
Sondern nur die nächste Stufe
Schritt für Schritt

Im Treppenhaus
Schritte hören
Schritten folgen
Stimmen hören
Stimmen folgen

Ich bilde mir viel ein
Wenn der Tag lang ist
Einbildung kann Vieles sein
Manchmal bilde ich mir heute ein
Dass der Tag morgen besser wird