LYRIK.

Gleichermaßen

Uhren im Schnelldurchlauf
Rasen um die Zeit herum
Kein Stoppen
Kein Vergeben
Weder vegetieren
Noch verlieren

Wo bleibt das Netz
Streckt man Hände aus
Greift man eine Ziffer
Hallt wider im stummen Blatt

Staune leise
Vor meiner Nase hält der Zeiger
Richtet sich zurück
Zeigt wiederum auf mich

Ich schätze es fehlt an Takt

Nahtlos weiter geht der Kreis
Vom Ende bis zum Anfang
Heftig schreibt der Zeiger die Geschichte

Ein Blatt beschrieben
Mit Ziffern von A bis Z
Geschichten von Rot bis Schwarz

Namen von dir zu mir

Und rundherum
Einige Steine
Die danach schleudern
Anzuhalten
Scheint das Wort
Das durch die Nadel drückt

Und gleichzeitig setzt sie wieder an
Hört nicht auf
Zeigt heute auf mich
Morgen auf sie

So nah so fern
Und immer

Weit von allen Sorgen

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LYRIK.

Zauberei

Gefressen werden
Ich halte es nicht mehr aus
Simsalabim
Auf Zehenspitzen
Ins Wanken kommt mein Gehirn
Abrakadabra
Wohl überlegt
Der Salat hält mich nicht gesund
Hokuspokus
Moment Moment
Die Züge rasen im stillen Gedenken
Die Züge rasen um die Wette
Die Züge rasen und rasen weiter, weiter, überholen mich, weiter, immer weiter

Zugleich ereilt mich ein Watteknäuel
Zugerichtet wie ein armes Zwillingstier
Ich bettele um 100 Watt
Im Bericht des guten Wetters

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Mit: Xiaoyin Wang

 

LYRIK.

Schrill

Er ist geblieben der Ton
Versunken in den Augen voller Tränen
Dann kehrte er zurück
Im siebten, elften und dritten Nein

Ich glaubte, ihn zu sehen
Ihn erhaschen zu können
Aufsaugen
Wollte ich dich
Du makelloses Etwas
Ein Reim
Ein Vers
Ein Wort und Blätter, die umher schwingen
Schaukeln auf mir
In mir

Wo bin ich geblieben
Weggeblieben
Hängengeblieben
Stehen geblieben
In einem Chaos der Vernunft
Stränge ziehen wie Stränge an Haarsträhnen, die stumpf brechen und sich aufspitzen
Am Klang dieser Schönheit

Ich höre hin und will rauschen
Selbst
Will ich dich berauschen
Dir etwas klauen
Mittwoch

Oder morgen
Klagen über gestern
Vorgestern ausgerümpelt
Und ich lasse mich gehen

Sterben lasse ich dich und wieder genauso belebe ich mich
Über die Lippen zu dir
Mit einem Geräusch namens Feind
Doch wir kennen uns
Ganz gut

Woher kommt dein Maul
Fragte ich.
Höre ich mich sagen, nun.
Flüstern. Schreien
Im Rufen nach der Antwort
Hallte nur ein Ton, aus vielen Ecken wider und
Ich blieb Sitzen
Liegen
Rollte weg
Zu dir hin
Der Ton formte sich
Aus dem Nichts wieder in schwarzes, dickes Gold
Bevor er eine Wolke bestens
Klingender Scherben
Hervorstieß
Die mich ausnahmen

Es zischt
Dachte ich
Doch eigentlich meinte ich

Blitz
Und donnerndes Gelächter
Moment Moment

Blitz
Und donnerndes Gelächter.

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LYRIK.

Am Zwielicht nicht erstickt

Schweiß und Tränen perlten an ihrer Gänsehaut hinab

„Wo findet man Steine, an denen man sich nicht verschluckt“
Sagte sie
Von mir kam keine Antwort
Jedenfalls keine, die sie sehen konnte

Hören konnte ich wieder und wieder fragende Blicke

Diese laute Stimme in ihrem zarten Tonfall erschrak mich
„Ich sehe dich“
Erzählte ich ihr
Verschlungene Augen und hungrige Ängste ließen sie in mir erzittern
Meine Kontrolle drohte ihren Halt zu verlieren
Nur atmen durfte sie

Ein Zwielicht teilte sie

„Wer ist schuld. Woher kommst du“
Stand im Raum dazwischen
Fühlen konnte dadurch niemand mehr

Und fester hielt das Dunkel ihre Schwäche

„Mach mit“
Fragte ich mich dann

Und nie wieder

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Mit: Marie Böffgen & Saher Abdulraouf

 

 

LYRIK.

Du!

(Ich)
Zwang
Sprache
Reden
Blicke
Un
Un
Un
Unsicherheit
Auf den Kopf gefallen
Liegen gelassen
Verspottet in Gedanken
Belächelt im Geheimen
Kritisiert hinter Wänden
Unbemerkt
Aufgestanden
Weggeschlichen
Hass Hass Hass
Messer im Kopf
Schneiden im Herzen
Tränen in Wirklichkeit
Hohe Türme
Springen
Fallen
Empor
Klettern
Fallen
Springen Empor Springen. Ich liebe mich.

LYRIK.

421.395.99° Kaleidoskop

Im Winter ist es zweifarbig. Die kühle Luft besteht aus zwei gleichen Farben. Im Frühling herrscht eine bunte Mischung zwischen Nässe, Trockenheit und milden Windstößen. Frühlingshafte Tage beinhalten selbstverständlich ebenfalls winterliche Eigenschaften.
Und der Sommer ist der Anfang. Zu Beginn erhellt der Überfluss die Straßen. Durchschnitt. Und es bleibt nicht konstant. Den Herbst gibt es nicht. Ich liebte den Herbst. Irgendwann verdrängt in einen toten Winkel.

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LYRIK.

Sehnsucht nach Inspiration

Die Kreativität bleibt mir fern.
Ich blicke stur geradeaus,
Doch alles, was ich sehe, ist Leere.
Bin umgeben von diesem und jenem,
Aber die Kreativtät bleibt mir fern.
Ich will zeichnen, schreiben, malen.
Formen, Worte, Farben
Schwirren umher.
Hier und da
Und in meinem Kopf,
Aber bilden keinen Knoten,
Denn die Kreativität bleibt mir fern.
Ich sehne mich nach Inspiration.
Und durchsuche mein Bewusstsein
Nach Lösungen, Ideen, Visionen.
Doch weiß ich nicht, wo sie sind.
Da wird mir klar,
Ich kann es nicht.
Und gebe auf.
Resigniert.
Und frage mich:
Weshalb bleibt mir die Kreativität nur so fern?

winterdreams 002