Wenn ich Kunst von anderen Künstler/innen sehe, könnte ich mich oft sehr aufregen, weil es mich wütend macht, was in renommierten Galerien und Museen gezeigt wird. Elitärer Nonsense und aufgeblasene, sinn- und seelenlose Produkte von Menschen, die meinen, Kunst darf auf keinen Fall schön sein; Kunst muss so abstrakt und unverständlich und unintuitiv wie möglich sein und Kunst muss immer eine politische oder gesellschaftskritische Aussage haben, aber diese zu erkennen, zu enträtseln, darf man auf keinen Fall selbst schaffen. Da muss der Künstler persönlich her, der einen erhellt. Was will mir der Künstler damit sagen, frage ich fast schon aggressiv in Gedanken, wenn ich andere Ausstellungen als meine eigene besuche. Hat sich der oder die Künstler/in überhaupt Mühe gegeben oder waren es wieder mal nur die guten alten Connections (Vitamin B), die die Ausstellung ermöglicht haben? Von Geld will ich gar nichts sagen. Interessiert mich nicht, geht mich auch nichts an.
Letzten Endes, gehe ich, wenn die Wut und die Enttäuschung über die „zeitgenössische“ Kunst verflogen ist, mit einem Schulterzucken nach Hause und mache mein Ding.
Kategorie: GEDANKEN.
In der Kunst…

Schatten
Schattenhaft
Schleierhaft
Sagenumwobene Orte
Im Außen
Im Inneren
Schatten,
Da wo wir sie nicht vermuten
Licht an Stellen,
Wo keiner hinsieht
Reflexionen
Und letztendlich
Reaktionen
Auf unsere Abgründe

Ambition trifft auf Konzentration
Sie verschmelzen nicht
Stattdessen wählen sie einen Austausch auf höheren Ebenen
Abwärts oder aufwärts
Die Spirale dreht und wendet sich (nicht)
Jeder bleibt sich treu
Und verliert sich nicht im Auf und Ab
Ein Rad des Schicksals
Liegend in Ruhe
An einem Sonntag Nachmittag

Die Banane
Die Banane raubte der Schale ihr Geheimnis, bevor der Kern verschwand – im Nebel der Schiffsbrüchigen. Regen hält das Herz am Leben, während der Tod auf jene wartet, die sich fest am blauen Mantel klammern. Sterne zieren den trüben Nachthimmel im siebten Falsch des Gesterns. Der Rausch versinkt, die Luft verfliegt, das Gelb kehrt zurück ins Jetzt. Und du bist nicht mehr wie ich.

Buch
Ein Buch ist ein Ort,
Der Geschichten erzählt
Oder Gedanken preisgibt
Oder von Leere zeugt
Oder einfach nur schön aussieht
Ein Buch ist ein Ort,
Der zum Eintauchen einlädt
Oder zum Wegdriften
Oder zum Entfliehen
Oder zum Verschwinden
Ein Buch ist ein Ort
Der dich willkommen heißt
Ein Buch ist ein Ort,
In dem du dich verlieren kannst
Ein Buch ist ein Ort,
Den du verlassen kannst
Ein Buch ist ein Ort,
An dem du ein Stück von dir anderen
Hinterlassen kannst
An dem du einen Teil von dir
Zurücklassen kannst
Ein Buch ist ein Ort,
An dem du vergessen darfst
Ein Buch ist ein Ort,
Ein Angebot
Zur Erinnerung,
Woran auch immer du willst

Aus Stein
Mein Mund ist wie gelähmt, betäubt, versteinert. Ich kann nicht reden, nicht lächeln, nicht schreien. Ich fühle mich wie in einem engen Gefängnis. Auch bekannt als Zwangsjacke. Da komme ich so schnell nicht raus. Ich stecke fest. Vielleicht bin ich auch schon festgewachsen, wer weiß.
Jedenfalls ist diese Jacke aus Stein. Kein Entkommen möglich. Eingemauert.
Irgendwann in ferner Zukunft bröckeln vielleicht einzelne Steine, aber ganz ablegen können werde ich sie nie.

Eine Zugfahrt
Wir verlassen das Haus und brechen auf
Wir fahren Zug und haben keine Langeweile
Wir hören Musik und fühlen uns gut
Wir denken nicht an Probleme von gestern, heute oder morgen
Eine Zugfahrt
Die ist lustig
Die ist schön
Hören wir Musik
Ist sie episch
Ist sie traurig
Schauen wir aus dem Fenster
Sehen Wald & Wiese
Sehen Feld & Welt
Sehen Bach & werden dabei schwach
Vielleicht auch wach
Eine Zugfahrt
Die ist lustig
Die ist schön
Mund
Du hast doch einen Mund!
Dein Mund ist zum Reden da,
Zum Diskutieren
Zum Streiten,
Zum Schreien,
Zum Rechtfertigen.
Dein Mund ist da,
Damit du etwas sagst,
Damit du dich wehrst,
Damit du für dich einstehst,
Du hast doch einen Mund!
Benutz’ doch deinen Mund.
…
Halt doch deinen Mund.

Stolpern in den Mai
Fragezeichen flimmern in den Augen
Will mir Klarheit aus den Fingern saugen
Doch es ist nicht normal
Es ist eine Qual
Der Alltag fordert von mir viel
Als hätte ich kein anderes Ziel
Die Kunst vermisse ich
Alles andere kann ich nicht