GEDANKEN.

Buch

Ein Buch ist ein Ort,
Der Geschichten erzählt
Oder Gedanken preisgibt
Oder von Leere zeugt
Oder einfach nur schön aussieht

Ein Buch ist ein Ort,
Der zum Eintauchen einlädt
Oder zum Wegdriften
Oder zum Entfliehen
Oder zum Verschwinden

Ein Buch ist ein Ort
Der dich willkommen heißt

Ein Buch ist ein Ort,
In dem du dich verlieren kannst

Ein Buch ist ein Ort,
Den du verlassen kannst

Ein Buch ist ein Ort,
An dem du ein Stück von dir anderen
Hinterlassen kannst
An dem du einen Teil von dir
Zurücklassen kannst

Ein Buch ist ein Ort,
An dem du vergessen darfst

Ein Buch ist ein Ort,
Ein Angebot
Zur Erinnerung,
Woran auch immer du willst

GEDANKEN.

Aus Stein

Mein Mund ist wie gelähmt, betäubt, versteinert. Ich kann nicht reden, nicht lächeln, nicht schreien. Ich fühle mich wie in einem engen Gefängnis. Auch bekannt als Zwangsjacke. Da komme ich so schnell nicht raus. Ich stecke fest. Vielleicht bin ich auch schon festgewachsen, wer weiß.
Jedenfalls ist diese Jacke aus Stein. Kein Entkommen möglich. Eingemauert.
Irgendwann in ferner Zukunft bröckeln vielleicht einzelne Steine, aber ganz ablegen können werde ich sie nie.

GEDANKEN.

Eine Zugfahrt

Wir verlassen das Haus und brechen auf
Wir fahren Zug und haben keine Langeweile 
Wir hören Musik und fühlen uns gut
Wir denken nicht an Probleme von gestern, heute oder morgen 

Eine Zugfahrt
Die ist lustig
Die ist schön
Hören wir Musik
Ist sie episch
Ist sie traurig 
Schauen wir aus dem Fenster
Sehen Wald & Wiese
Sehen Feld & Welt
Sehen Bach & werden dabei schwach
Vielleicht auch wach
Eine Zugfahrt 
Die ist lustig
Die ist schön

GEDANKEN.

Mund

Du hast doch einen Mund!
Dein Mund ist zum Reden da,
Zum Diskutieren
Zum Streiten,
Zum Schreien,
Zum Rechtfertigen.

Dein Mund ist da,
Damit du etwas sagst,
Damit du dich wehrst,
Damit du für dich einstehst,
Du hast doch einen Mund!
Benutz’ doch deinen Mund.

Halt doch deinen Mund.

Foto: Martina Grabinsky
GEDANKEN.

Unnötige Gedanken

Mein Kopf denkt unnötige Gedanken
Kennst du das auch?
Mein Gehirn kommt immer wieder ins Wanken
Fehlt dir der Hauch?

Ein Hauch des Lebens
Des ewigen Strebens

Verzaubert will ich sein
Und selbst verzaubern
Ich bau mir einen Schrein
Will nicht mehr zaudern

Eins jagt das andere
Ständig hinterher
Viel lieber wandere
Ich im Weltenmeer