Ich bin nicht für diese Welt geschaffen
Ziemlich rund und so voller Affen
Werde ich zu jenen gehören
Die trotz Bildern mit Möhren
Erst nach dem Leben – mit Ruhm
Werden haben zu tun?

Renée Nesca
Ich bin nicht für diese Welt geschaffen
Ziemlich rund und so voller Affen
Werde ich zu jenen gehören
Die trotz Bildern mit Möhren
Erst nach dem Leben – mit Ruhm
Werden haben zu tun?

Bist du drinnen
Oder draußen
Fühlst du innen
Oder außen
Bist du am Beginnen
Oder am Verlaufen
Kann man sich besinnen
Oder Gesundheit kaufen
Hörst du Stimmen
Oder Rauschen
Schlaf dich gesund
Oder führe die Tabletten
Bis zum Mund
Es gibt viele Facetten
Meine Weisheit
Tu‘ ich manchmal kund
Obwohl es in mir schreit
„Halt den Mund“
Das Zitat
Als essenzielle
Zutat
Und spezielle
Wohltat
Als Gegensatz
Zum Diktat
Der Neuerfindung
Des Rads
Harte Fakten
Und weiche Theorien
Weichweichweichgespülte Glaubenssätze
Flauschig weiche Interpretationen der Realität
Lass dich fallen in weiche Federn
Die dir den festen Boden der Tatsachen rauben

Anblicke ertragen
Augenblicke auskosten
Todesblicke abwehren
Hoffnungsblicke erreichen
Gierblicken trotzen
Ausblicke genießen
Giftblicke belächeln
Rückblicke vermindern
Überblicke erfassen
Langeweile macht kreativ
Alleinsein macht kreativ
Herzschmerz macht kreativ
Ein Knacks in der Birne macht kreativ
Mangel macht kreativ
Leere macht kreativ
Arm macht kreativ
Freude macht auch kreativ
Inspiration macht kreativ!
Dran zu bleiben macht kreativ
Aufgaben machen kreativ
Ein heller Kopf macht kreativ
Ein helles Blatt Papier macht noch kreativer
Was macht dich kreativ?
Komm Insta
Zeig mir schöne Bilder
Führ mich weg vom wahren Leben
Mein Gemüt wird milder
Lass mich in Blubberblasen
Ins Nirvana schweben
Und vergessen
Dass es hat
Jemals einen schlechten Tag
Gegeben

Wir sehen nichts, wir hören nichts, es ist still und schwarz. Sagen wir ein Wort, geben wir einen Laut von uns, musst du überlegen, ob es dir gefällt. Ist unser Ton laut oder leise, hoch oder tief. Kommt eine spöttische Färbung noch hinzu oder fällt das Wort monoton ab, wie ein Stein, der schwer und dumpf zu Boden knallt. Nichts Besonderes. Ich dachte, es würde mir Mühe machen, etwas zwischen den Zeilen herauszulesen. Doch hört und sieht man genau hin, so öffnen sich Ohren und Augen. Man erkennt. Dich hab ich damals für unwirklich gehalten, aber jetzt weiß ich, du hast etwas sehr Reales an dir. Die Fragen, die ich oder du gestellt haben, waren freundlich. Geradezu lieb. Haut für Haut blätterten wir ab, nach jeder Antwort. Ich weiß nicht mehr, wie lange es dauerte, bis wir schließlich nackt bis auf die Knochen da saßen. Es war skurril. Keine Schicht mehr da, die es erlaubte, dass wir uns ihr entledigten. Ein unsichtbarer Mantel von Nichts. Und dann fing es an, unangenehm zu werden. In der Dunkelheit tauchten wie leuchtende Gebilde die Lügen auf. Sie nahmen Platz und ihre Rolle ein. Wie behandeln wir sie nun? Man erzählt Geschichten von Gut und Böse und jenseits der Wahrheit. Wo ist es warm und wo kalt? Das ist noch immer unklar. Für mich, für mich bedeutet immer noch, Leichtigkeit zu genießen, da wo die Lügen einem keine Fallen stellen, fern von einem, weit weg von dem Spielraum des eigenen Handelns. Es fällt mir oft schwer, einen geraden Satz auszusprechen, denn du kannst es kontrollieren. Du bist derjenige, der mich in der Hand hat. Heraus damit.
Immer noch spielten sie ihr Spiel. In der Abwesenheit von Logik erhascht man ein Gefühl. Es führt einen in die Irre oder zur Erkenntnis. Sie gaben sich gegenseitig noch eine Chance, dann krachte es ordentlich. Das Licht zündete den Funken einer Idee. Diese gab keine Ruhe, bis…
Bis es so grell wurde, dass alle blind wurden und der Tastsinn an Bedeutung gewann. Wir fühlten uns wieder. Uns selbst und die anderen. Woher kamen denn nur die Unwahrheiten, die noch anständig in der Ecke saßen? Ich nahm an, dass das mein Fehler war. Was sonst sollte der Anlass gewesen sein. Ich ziehe sie an, die Macken. Ecken und Kanten gehören eben auch dazu. Was isst du heute zu Mittag? Gibt es etwas Warmes oder bleibt es bei der Pizza von gestern? Sie krabbelt bald schon aus dem Karton, will in den Müll – da gehört sie hin. Oder nicht?
Frag dich mal, was die Wahrheit ist? Kennst du sie genau? Kennst du auch ihre Schwachstellen. Schau ganz genau – da ist viel Potential für Anfälligkeiten. Und wenn mal kein Lichtschalter da ist, was machst du dann? Dann sprudelt es wie jetzt aus einem heraus, ohne Zögern und Stoppen. Dann liegt es an dir, den Punkt zu setzen. Einfacher geht es nicht.
Es war einmal
Und dann kam nichts mehr
Ein Schaf auf der Wiese. Es denkt nichts, es sagt nichts, es tut nichts. Es steht einfach nur da. Es existiert. Schafswollenweiß ist sein Fell. Starr ist sein Blick. Außenherum wird es manchmal Tag, manchmal Nacht. Manchmal ist es etwas dazwischen. Ich denke nicht, dass das Schaf grausame Hintergedanken hat. Ich denke nicht, dass unbewusst im Schafskopf viel vor sich geht. Ich denke, dass seine Wolle schön wäre für einen Pulli. Im Winter ist es kalt, weißt du? Schafe sind priviligierte Tiere. Manchmal wünsche ich mir ein Schaf zu sein. Den Winter in der Nase zu spüren und das saftige Gras zu fressen, wenn es nötig ist. Schafsein – das ist es.
