PROSA.

Der Kopf

Laute aus meinem Mund, die erzeugt werden mussten und Worte, die eine Illusion präsentieren. Ein Brummen, dass das Schauspiel perfekt macht. Eine rundum gelungene Täuschung. Und das für eine nette Summe.

Die Grenzen sind nicht klar. Die von Geld hypnotisierten Augen können die Warnsignale nur schwach bis gar nicht erkennen und selbst, wenn sie vor ihnen deutlich aufleuchten, verschließen sie sich und gehen blind über die Barriere. Doch, sollte dahinter ein Abgrund lauern, so sind sie taub für jeglichen Rat und kennen keine Zurückhaltung. Stufenweise sinken sie herab und registrieren den stummen Fall nicht einmal. Der langsame Verbrauch, die Verdorbenheit, die mit dem Fallen einher geht, bleibt ihnen verhüllt. Sie verschlingen das Geld und dursten jedes Mal nach mehr – es ist nicht mehr gesund. Wie besessen, raffen sie nach dem nächsten Reiz.

Die Stimmen von außen sind so leise und bedeutungslos im großen Kopf. Es treibt höchstens ein Wind auf dem kleinen Meer, der meist still im Kopf verweilt und der Ideen ans Ufer spült, die von unterster Tiefe des Meereshalses kommen und da vielleicht doch besser hätten bleiben sollen.

Wie Hyänen mit feuchten Mundwinkeln, warten sie auf den nächsten Betrag. Es sind kleine Monster im Gewässer, die gefüttert werden möchten.

Sie spucken ihre Perlen vor die Säue und wachsen durch den Tausch immer weiter. Sie gedeihen und schießen in alle Richtungen, sodass bald kein Platz mehr ist im Kopf voller Wasser.

Doch es kommt der Zeitpunkt, an dem das Getier einer unberechenbaren Macht zum Opfer fällt. Die Flüssigkeit schwappt über und dringt aus allen Öffnungen. Nichts bleibt zurück als Leere.

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